Gottes Wesen

Artikel verschiedener Autoren über den biblisch-christlichen Glauben

Tagesleitzettel - die tägliche Bibellese vom 21.10.2020

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Wohl uns, wenn wir den Allmächtigen zum Vater haben und Ihn jederzeit um Hilfe anflehten dürfen.

Warum bist du wie einer, der verzagt ist und wie ein Held, der nicht helfen kann? Du bist ja doch unter uns, Herr, und wir heißen nach Deinem Namen; verlass uns nicht.

Jeremia 14,9

Wir sind von Dir getragen,
wir brauchen nicht verzagen,
wir sind in Dir geborgen,
und Du trägst unsre Sorgen.

Frage: Warum können wir uns so sicher sein, dass Gott immer für uns sorgt?

Vorschlag: Wenn wir im Alten Testament das Leben der Propheten betrachten, merken wir, wie Gott sich immer wieder herrlich an ihnen erzeigte. Daniel war in der Gefangenschaft und wurde von seinen Verfolgern errettet, Jona wurde von einem großen Fisch verschluckt und wieder ans Land ausgespuckt. Sogar Mose, der das Volk Israel aus Ägyptenland und durch die Wüste führte, wurde mehrmals von den murrenden Israeliten mit dem Tode bedroht, und immer wieder bewahrte ihn Gott. Es kennt der Herr die Seinen, das ist noch heutzutage so. Wohl uns, wenn wir des Herrn Eigentum sind!

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Gott ist nicht käuflich!



Da aber Simon sah, daß der Heilige Geist gegeben ward, wenn die Apostel die Hände auflegten, bot er ihnen Geld an...

Apostelgeschichte 8,18-24 (Luther 1912)


Der in Prag geborene, österreichische Schriftsteller Franz Werfel schrieb den bekannten Roman "Der veruntreute Himmel", in dem es um die Köchin Teta Linnek geht, welche mangels eigener Nachkommenschaft ihren Neffen Mojmir mit immer steigenden Beiträgen unterstützt, damit er Priester wird, obwohl sie ihn kaum kennt und nicht liebt. Sie gibt sich mit einem regen Briefkontakt zufrieden. Als sie dann hört, dass ihr Neffe zum Priester geweiht und eine Pfarre übernehmen soll, möchte sie zu ihm ziehen und bemerkt dabei, dass sie einen Betrüger aufgesessen ist. Deshalb macht sie - alt und gebrechlich - eine Pilgerfahrt nach Rom, bei der sie mit Gott versöhnt stirbt, weil sie erkannt hat, dass man Seine Gnade nicht kaufen kann.

Dieser Roman ist - wenn auch frei erfunden - eigentlich ganz realistisch: Es gibt auch heute sehr viele Menschen, die der Meinung sind, sich die Gnade Gottes mit dem Aufstellen von Kerzen oder dem Bestellen von Messen erkaufen zu können; oft geben sie dabei sogar immense Summen aus. Doch wäre das gerecht und barmherzig? - Wohl kaum, denn ein Armer, der gerade so viel hat, dass er überleben kann, wird sich nicht freikaufen können.

Martin Luther hat diese Tatsache erkannt, als er den Handel mit Ablassbriefen verurteilte, denn es ging dabei weniger um wirkliche Vergebung, die den Menschen damals suggeriert wurde als vielmehr um die Finanzierung des Petersdomes. Es ist ein Widerspruch in sich, wenn man meint, Gott würde Seine Gnade verkaufen, denn erstens ist Gnade immer umsonst und zweitens ist Gott nicht käuflich. Drittens kommt hinzu, dass Gott ja ohnehin alles gehört. Was können wir Menschen Ihm denn geben, was nicht ohnehin schon Sein ist?

Der arme Lazarus, von dem im Lukasevangelium Kapitel 16, Verse 19-31 berichtet wird, hatte nichts, um sich freikaufen zu können; er lebte von den Brosamen, die vom Tisch des Reichen fielen, und seine Schwielen wurden von den Hunden geleckt, eine unhygienische und schmerzhafte Angelegenheit. Dabei dürfen wir nicht vergessen, dass für Juden Hunde nicht gerade die reinsten Tiere sind, und als ein reinliche Glaubensgemeinschaft ist es für sie ekelhaft, von Hunden geleckt zu werden. Anders ausgedrückt: Lazarus war materiell derart arm, dass er wirklich nur noch das nackte Überleben hatte. Wie hätte er sich denn freikaufen können?

Auch der Häscher am Kreuz - mag er auch noch so viel auf die Seite geschafft haben - vermochte nicht mehr, Geld oder sonstige Wertgegenstände zu geben für seine Erlösung; er hing neben Jesus und konnte nur noch um Vergebung bitten, mehr nicht. Diese Vergebung wurde ihm durch Jesus kostenfrei gewährt.

Diese Tatsache hat vor gut 2000 Jahren auch Simon einsehen müssen, der meinte, den Geist Gottes gegen Geld bekommen zu können. Glücklicherweise hat Simon eingesehen, dass Gott nicht käuflich ist und bat um Vergebung. Damit tat er Buße über seine falsche Einstellung.

Offen gestanden bin ich auch froh darum, dass Gott Seine Gnade verschenkt: Damit hat jeder, aber auch wirklich jeder die Chance auf Rettung, auch wenn er selbst "das ärmste Schwein aller Zeiten" ist. Es widerspricht auch dem Wesen Gottes, gegen Geld Seine Gnade zu gewähren: Wäre Er damit denn nicht auch korrupt, wenn Er Seine Gnade gegen Geld eintauschen würde? Gott ist kein Krämer, sondern liebender Vater, der Seinen Kindern gibt, was sie brauchen, und dies zur rechten Zeit. Es zeigt die Größe, die Liebe und die Großzügigkeit Gottes, dass Er allen verschwenderisch Seine Liebe gibt, so, als gäbe es sonst nichts und niemanden auf der Welt.

Gott will unser Herz, unsere Liebe, unsere Aufrichtigkeit, Er will uns als Kinder versorgen. Und dies ist auch der Unterschied zu den Götzen, die man in heidnischen Glaubenssystemen milde stimmen muss.


(Autor: Markus Kenn)


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