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Das Alte u. Neue Testament: Ein Evangelium (Gospel) der Liebe

Tagesleitzettel - die tägliche Bibellese vom 15.10.2018

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Jesu Freund sein

Ihr seid Meine Freunde, wenn ihr tut, was Ich euch sage.

Johannes 15,14

Welch Vorrecht, Jesu Freund genannt zu werden,
das ist gewiss das allerhöchste Glück.
Wir sind doch nur ein Gast hier auf Erden.
Wir sehnen uns: Jesus, komme bald zurück!

Frage: Kann mich Jesus „Mein Freund“ nennen?

Tipp: Ist das nicht herrlich, dass uns Jesus Seine Freunde nennt, wenn wir tun, was Er uns sagt! Nichts lieber will ich sein, als Jesu Freund! Unser Gehorsam ist entscheidend dafür, dass Er mich Freund nennen kann. Die Freundschaft Jesu ist kostbarer als jede andere Freundschaft! Deshalb mache ich keine Kompromisse, wenn es um Jesus und Sein Wort geht!

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Warnung vor den Schriftgelehrten



Da aber alles Volk zuhörte, sprach er zu seinen Jüngern:...

Lukas 20, 45-47 (Luther 1912)


Jesus warnte Seine Jünger vor der Scheinheiligkeit der Schriftgelehrten, die nach außen hin zwar fromm taten und zum Schein lange Gebete verrichteten und sich in den Synagogen gerne obenan setzen, um zu zeigen, dass sie Gott ganz nahe sind, doch im Grunde waren sie von Gott ganz weit weg: Sie suchten ihre eigene Ehre und nicht die Ehre Gottes. Gerne ließen sie sich auf dem Markte grüßen und saßen ebenso gern an den Tischen obenan auf den Ehrenplätzen. Ihre Frömmigkeit war reines Lippenbekenntnis, aber keine Herzenssache. Die Liebe Gottes war ihnen wesensfremd, denn sie fraßen die Häuser der Witwen, ein krasser Widerspruch zu den Geboten Gottes, der von uns Erbarmen und Nächstenliebe erwartet und möchte, dass wir Verantwortung übernehmen für Hilfsbedürftige, zu denen damals besonders die Witwen gehörten: Sie hatten zu jener Zeit keine Witwenrente oder Sozialhilfe; wurden sie nicht von anderen Angehörigen versorgt, dann waren sie auf die Almosen Anderer angewiesen. Völlig wehrlos waren die Witwen dem Wohlwollen ihrer Umfeld angewiesen, wenn sie nicht von Verwandten versorgt wurden oder wenn sie reich waren.

Die Schriftgelehrten nutzten diese Wehrlosigkeit aus, um sich selbst zu bereichern; die Not der Witwen, deren Weniges sie noch auffraßen, interessierte sie nicht, und so haben sie sich ganz sicherlich auch den anderen Wehrlosen gegenüber verhalten. Dabei übertraten sie das Gebot Gottes, Fremde nicht zu bedrücken, Witwen und Waisen gegenüber großzügig zu sein, Armen zu helfen, Kranke zu unterstützen usw.

Echte Frömmigkeit ist keine Frage äußerlicher Rituale, sondern eine Frage der Liebe zu Gott und den Menschen. Echte Frömmigkeit sucht die Ehre, das Lob, den Preis Gottes und nicht die eigene Ehre. Ist meine Frömmigkeit echt, dann möchte ich Lob nicht für mich, sondern ich fühle mich dann geehrt, wenn ich dazu beitragen konnte und kann, dass Gott allein gepriesen wird.

Gleichzeitig sieht der wahrhaft Fromme auch die Not des und der Anderen und handelt. Der wirklich Fromme beutet die Not der Wehrlosen nicht aus. Wer tatsächlich fromm ist, hilft den Notleidenden so gut wie er kann. Das erscheint uns selbstverständlich, und ein solches Gebaren erscheint uns als ein Relikt aus längst vergangenen Tagen; dies ist allerdings nicht so: Auch heute noch gibt es Menschen, deren Frömmigkeit nur Augenwischerei ist, die zum Schein sehr fromm tun, aber deren Glaube, deren Gebete nicht von Herzen kommt. Es hat einmal einen Prediger gegeben, der 2 1/2 Stunden über das Spenden predigte und selbst im Hotel Atlantis in Hamburg nächtigte, also einem der teuersten Hotels in Deutschland. Dann passt etwas nicht.

Ich selbst habe einmal eine Gemeinde kennen gelernt, die von einem Familienclan geleitet wurde und die sich die verschiedenen Ämter entsprechend zuschanzte; diese Familie führt ein Stahlbauunternehmen und ist bedauerlicherweise bekannt dafür, dass sie ihre Mitarbeiter schlecht behandelt, angefangen von der Bezahlung bis hin zu dem Druck, den sie auf diese ausübt. Dabei kennen sie die Bibel sehr gut und kennen Gottes Anweisungen darüber, wie man seine Mitarbeiter zu behandeln hat.

Nein, so sollen wir nicht sein, wir sollen wahrhaft gerecht handeln, wir sollen unseren Glauben leben, wir sollen das in die Tat umsetzen, was Gott, was Jesus uns aufgetragen hat. Wir sollen uns nicht erhöhen, wir sollen nicht stolz werden, wir sollen nicht übermütig werden ob dem, was wir getan haben, sondern Gott danken, wenn wir wirken dürfen. Es geht nicht darum, dass wir auf dem Markt gegrüsst werden, dass wir vorne in der Kirche sitzen. Es geht nicht darum, dass wir mit permanent gefalteten Händen durch die Strassen laufen und unüberhörbar Gebete aufsagen, sondern es geht darum, von Herzen zu beten und daraus keinen Showeffekt zu machen. Wir sollen nicht in die Kirche gehen, um vornean zu sitzen, sondern um Gott anzubeten, zu loben und zu preisen.

Vor allem wissen wir, was Gott von uns erwartet; wir haben keine Ausrede, wir können uns nicht hinter Unwissenheit verstecken, sondern wir werden umso strenger gerichtet werden, wenn wir so handeln wie einst die Schriftgelehrten. Es geht nicht alleine darum, die Schrift zu kennen, sondern vor allem darum, dem Worte Gottes zu gehorchen. Es geht nicht alleine darum, Bibelstellen zu kennen, sondern auch zu wissen, wie man diese in seinem ganz persönlichen Alltag umsetzt und dies dann auch tut.


(Autor: Markus Kenn)


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